Mir fallen in letzter Zeit so einige Fediverse-Instanzen auf, die in meiner Warteschlange hängenbleiben.
Also... es bleiben ja immer mal welche hängen. Zum Beispiel, wenn sie für eine gewisse Zeit nicht erreichbar sind oder irgendwas falsch konfiguriert ist.
Aber die meine ich gar nicht. Diejenigen, die ich meine sind erreichbar und anscheinend auch richtig konfiguriert. Aber sie haben sich Türsteher vor die Türe gestellt. Konkret: Anubis ...
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Mir fallen in letzter Zeit so einige Fediverse-Instanzen auf, die in meiner Warteschlange hängenbleiben.
Also... es bleiben ja immer mal welche hängen. Zum Beispiel, wenn sie für eine gewisse Zeit nicht erreichbar sind oder irgendwas falsch konfiguriert ist.
Aber die meine ich gar nicht. Diejenigen, die ich meine sind erreichbar und anscheinend auch richtig konfiguriert. Aber sie haben sich Türsteher vor die Türe gestellt. Konkret:
Anubis.
Anubis ist ein sogenanntes Web-KI-Firewall-Tool. Es dient dazu, Web-Scraper von KI-Diensten davon abzuhalten, die eigene Seite zu scrapen. Sinn und Zweck soll sein, die Seite vor massenhaften Scraping-Aktionen gleichzeitig zu schützen, die den Server dann überlasten könnten. Es wird aber kein Limit eingeführt, sondern versucht, über Challenges wirklich alle Scraper von KI-Diensten (und sicher auch anderen Diensten) komplett auszuschließen.
Eine Anfrage, welche die Challenge nicht erfüllen kann, bleibt draußen. Und das trifft offenbar auch etliche Fediverse-Dienste, wenn diese Items zustellen möchten. Das liegt daran, dass solche Instanzen oftmals keine "normalen" HTTP-Requests absenden und vor allem kein Javascript verarbeiten können. Die Challenges sind aber mit Javascript realisiert... und ohne JS schlagen sie fehl oder laufen in einen Timeout. Die Zustellung scheitert.
Wahrscheinlich sind meine Hubs und Webseiten so unwichtig, unbedeutend, unbekannt und unauffällig, dass sich die "Horden von KI-Scrapern" gar nicht zu mir verirren. Ich habe bislang jedenfalls noch keinen "Stau" durch einen Scraper-Ansturm auf meinen Servern.
Womöglich ist es aber auch eher eine abstrakte Gefahr, die auch anderen Fediverse-Diensten kaum droht... und der eigentliche Grund ist der generelle pathologische KI-Hass. Es geht also weniger um die Vermeidung von Überlastungen / Verstopfungen, als vielmehr darum, keine KI-Scraper auf der eigenen Seite zuzulassen. Eine Entscheidung, die jedem, der einen Webdienst anbietet, ja auch zusteht. Soll jeder so machen, wenn er es meint.
Problematisch wird es nur, wenn dadurch die eigentliche Funktion des Dienstes eingeschränkt oder nahezu komplett blockiert wird.
Anubis lässt sich zwar auch konfigurieren und es wäre wahrscheinlich möglich (keine Ahnung, mit wieviel Aufwand... gerade im Fediverse bekommt man ja zahlreiche Anfragen, ohne die Instanz und deren Kennung explizit vorher unbedingt zu kennen).
Es ist also anscheinend tatsächlich so, dass Fediverse-Instanzen, die sich mit Anubis "schützen", tatsächlich etliche andere Fediverse-Instanzen aussperren und damit in einer Richtung deföderieren. Vielleicht ist es den Betreibern der Instanzen ja nicht einmal bewusst. Aber sollten sie es wissen und den vermeintlichen Schutz als wichtiger bewerten, es also hinnehmen, dass ihre Instanz nicht mehr uneingeschränkt Teil des Fediverse ist, dann gehe ich entweder von Dummheit oder ideologiegetriebener Arroganz aus. Solche Instanzen landen dann künftig ganz schnell in der Liste der nicht erreichbaren Server bei meinen Hubs, damit ihre Kadaver nicht ewig in der Warteschlange vor sich hin stinken.
Lasst doch den Quatsch!
Titelbild von David Polz auf Pixabay